Gegen den Trend: Im EN-Kreis sinkt die Zahl junger Menschen ohne Schulabschluss

Der Ennepe-Ruhr Kreis folgt diesem Negativtrend nicht. Dort ist die Quote von 6,8 auf 5,2 Prozent gesunken und liegt damit auch unter dem NRW-Durchschnitt von 6,1 Prozent. Das entspricht in absoluten Zahlen 159 Schulabbrecher im Ennepe-Ruhr-Kreis. In den meisten Kreisen und kreisfreien Städten sind die Quoten angestiegen. "Das ist zunächst einmal eine erfreuliche Entwicklung, die so fortgesetzt werden sollte", freut sich auch Jugendamtsleiter Olaf Menke über das Ergebnis für den Ennepe-Ruhr-Kreis. Er sieht darin auch die Früchte jahrelanger Schulsozialarbeit, die geleistet würde. "Durch die engmaschige Zusammenarbeit lassen sich negative Entwicklungen verhindern, zum Beispiel dadurch, dass Schulabwesenheiten schneller gemeldet werden", erklärt der Jugendamtsleiter. Dennoch sieht er weiterhin die Notwendigkeit, dranzubleiben Bundesweit sind laut Caritas-Studie über 52.000 Jugendliche von einem Schulabgang ohne Abschluss betroffen. "Ein Schulabbruch zieht sich häufig durch die gesamte weitere Biographie", beobachtet Menke.

Das sieht auch Caritasdirektor Dominik Spanke so: "Die weiter hohe Zahl junger Menschen, die ohne Abschluss ihre Schullaufbahn beenden, ist besorgniserregend. Viele von ihnen begegnen uns in den nächsten Jahren wieder - beispielsweise in der Allgemeinen Sozialberatung, in der Schwangerenberatung, in der Schuldnerberatung oder auch in den Jugendwohngruppen. In letzteren versuchen wir durch Nachhilfe und individueller Förderung den erfolgreichen Schulabschluss unserer Bewohner zu unterstützen." Fehlende Schul- und Berufsabschlüsse seien oft der Anfang sich potenzierender Nachteile.

Aufsuchende Schulsozialarbeit und Sprachkurse

Dem möchte man im Ennepe-Ruhr-Kreis ebenfalls entgegenwirken, beispielsweise durch das vom Europäischen Sozialfonds geförderte Programm "Jugend stärken im Quartier". "Dabei handelt es sich um aufsuchende Jugendsozialarbeit, die wir in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal in Kooperation mit der AWO durchführen", erklärt Olaf Menke. Ziel ist es, schulmüde Jugendliche und potentielle Schulabbrecher in ihren Sozialraum zu erreichen und zu motivieren. "Dazu gehört auch, Schüler, die nicht zum Unterricht erscheinen, zu Hause zu besuchen und nach den Ursachen zu forschen."

 

Zuwanderung sei, so die Autorinnen der Studie des Deutschen Caritasverbandes, einer der Erklärungsfaktoren für die insgesamt gestiegene Zahl der Schulabbrecher. Für viele zugewanderte Jugendliche sei es eine große Herausforderung, innerhalb kurzer Zeit eine neue Sprache zu lernen und einen Schulabschluss zu machen. "Da versuchen wir beispielsweise zu helfen, indem wir mit unserem Sprachpaten-Projekt zugewanderten Menschen kostenlos einmal pro Woche Sprachunterricht geben", berichtet der Leiter der Caritas Ennepe-Ruhr.



Info:

Die Daten für alle Kreise und kreisfreien Städte können unter www.caritas.de/bildungschancen abgerufen werden.

 

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