Immer mehr Jugendliche rauchen Shishas und E-Zigaretten

Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai weisen die Suchthilfezentren der Caritas Ennepe-Ruhr in Schwelm und Hattingen auf das Problem der wachsenden Zahl jugendlicher Konsumenten von E-Zigaretten und Shisha-Rauchen und die deshalb umso notwendigeren Präventionsangebote hin. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird das Wasserpfeifen-Rauchen und sogenannte "Dampfen" mit E-Zigaretten unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer beliebter.

Zu diesen Themen passend haben die Präventions-Experten der Caritas Ennepe-Ruhr entsprechende Angebote im Programm. In den Städten Schwelm, Ennepetal, Breckerfeld, Hattingen und Sprockhövel zählt dazu die Unterstützung der Schulen durch regelmäßige Projekte und Aktionen, um aufzuklären und eine positive Haltung zum Nichtrauchen zu stärken. Bisher wurden beispielsweise neben Unterrichtseinheiten und Klassenwettbewerben auch Projekttage mit dem "LoQ Mitmach-Parcours" vorbereitet und begleitet. Auch eine große Schadstoffzigarette ist im Einsatz. "Die Schüler lernen damit einen Teil der mehr als 5000 chemischen Stoffe kennen, die im Tabak enthalten sind. Zu ihnen gehören zum Beispiel gefährliche Stoffe wie Blei, Cadmium und Ammoniak. Aber auch Schokolade, Lakritze und Zucker setzt die Industrie ein, um das Rauchen angenehmer zu machen und das Suchtpotential zu steigern", erklärt Miriam Starsinski, Präventionsfachkraft der Caritas.

Das von der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen e. V. ausgegebene Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertages lautet "Kill Yourself Starter Kit. Lass Dich nicht manipulieren". Es  ist ein besonderer Appell an Jugendliche und für deren Schutz. Denn wie Krebshilfe und Bündnis betonen: "Die Tabakindustrie setzt ihre Marketingstrategien gezielt mit dem Blick auf Jugendliche ein. Werbekampagnen und neue Produktdesigns versprechen Unabhängigkeit und Coolness. Angeboten werden scheinbar "saubere" und unbedenkliche elektronische Rauchprodukte." Die durch vielfältige Aromen "versüßten" Produkte würden unter anderem von gesponserten Influencern und Influencerinnen in den sozialen Medien beworben und versprächen Jugendlichen einen Gewinn an Attraktivität und einem Gefühl der Dazugehörigkeit.

"Das täuscht darüber hinweg, dass Shisha- und Zigarettentabak süchtig macht und tödlich sein kann", sagt Miriam Starsinski. Auch Dampfen mit Nikotin mache abhängig und selbst nikotinfreies Dampfen könne der Gesundheit schaden. Die Langzeitfolgen sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO noch unbekannt. Die Behörde geht aber davon aus, dass E-Zigaretten das Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenkrebs und möglicherweise Herzerkrankungen erhöhen.

Deshalb steht auch der Weltnichtrauchertag in diesem Jahr unter dem Vorzeichen des Corona-Virus SARS-CoV-2. Rauchen und unter Umständen auch das Dampfen können durch ihre lungenschädigende Wirkung das Risiko eines schweren Infektionsverlaufs begünstigen.

Weitere Informationen beim Suchthilfezentrum der Caritas www.caritas-en.de und unter www.loq.nrw.de

 

Mehr zu Zahlen, Historie und Krebsgefahr

Statistik Bei einer Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurden 18- bis 25-Jährige befragt, ob sie in den vergangenen 30 Tagen Wasserpfeife geraucht hätten. Allein zwischen 2008 und 2018 stieg die Zahl derjenigen, die das bejahten, um 11,3 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent an. Ähnlich stark ist der Anstieg beim Konsum von E-Zigaretten. Aktuell geben 6,6 Prozent der jungen Erwachsenen und 4,2 Prozent der Jugendlichen an, innerhalb der letzten 30 Tage vor der Befragung E-Zigaretten konsumiert zu haben. Im Jahr 2012 waren es im Vergleich 3,9 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent.

 

Historie Seit 1987 wird der Weltnichtrauchertag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genutzt, um weltweit auf die Gefahren des Rauchens und die Machenschaften der Tabakindustrie aufmerksam zu machen. Die WHO und deren Partnerorganisationen wollen aufzeigen, wie die Tabakindustrie insbesondere Jugendliche für ihre Zwecke manipuliert und fordert auf, Jugendliche zu schützen und aktiv zu werden. Gefordert werden u.a. ein Verbot von Außenwerbung, Sponsoring und Promotion sowie spürbare Steuererhöhungen, konsequenter Nichtraucherschutz, Ausbau von Tabakentwöhnung und Tabakprävention.

Krebs Rauchen ist für zwei Drittel aller durch Lungenkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich. Nichtrauchende haben ein erhöhtes Risiko durch das Passivrauchen an Lungenkrebs zu erkranken. Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, tragen ein höheres Risiko in Bezug auf häufige Infektionen der unteren Atemwege sowie auf Ausbruch und Verschlimmerung von Asthmabeschwerden, Lungenentzündung und Bronchitis.