Junge Gamer im Blick

Und drittens soll die Zielgruppe der jugendlichen Gamer direkt angesprochen werden, z.B. in der Schule, und durch die Schulung von Multiplikatoren soll für die Problematik sensibilisiert werden.

"Die Spielsucht ist auf dem Vormarsch und zwar vor allem die im Internet", erklärt Tanja Große-Munkenbeck, Leiterin des Suchthilfezentrums Hattingen und Sprockhövel der Caritas Ennepe-Ruhr. Gemeinsam mit dem Verein "Sprungbrett" hat die Caritas dem Sozial- und Gesundheitsausschuss der Stadt ein Konzept gegen Spielsucht vorgelegt. Dies rückt vor allem die Spielsucht von Kindern und Jugendliche im Internet stärker in den Fokus. Ende Mai hat der Ausschuss das Konzept genehmigt und mit der Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel die Arbeit der Suchthilfe durch die beiden Institutionen in der Stadt gestärkt.

Die Glücksspielsucht, also vorrangig das Spielen an Automaten, betrifft nur einen Bruchteil der Bevölkerung, etwa 0,31 Prozent, und ist tendenziell eher rückläufig.  Problematisch ist hingegen das zunehmende Spielen von  Kindern und Jugendliche im Internet. Auch das kann süchtig machen. Im Juni 2018 hat die WHO die Diagnose Gaming Disorder in die internationale Klassifizierung von Erkrankungen aufgenommen. Nach der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2015 ist bei 5,8 Prozente aller Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren von einer Computer- oder Internetabhängigkeit auszugehen. Tanja Große-Munkenbeck: "Mit dem neuen Angebot, uns direkt im Internet anzusprechen, versuchen wir die Gamer dort abzuholen, wo sie sich viel aufhalten. Natürlich ersetzt das nicht das direkte Gespräch, aber wir hoffen so, doch stärker auf unser Angebot aufmerksam machen zu können." Die Hilfe per Mausklick findet sich ab sofort unter www.caritas-en.de/sucht/sucht und kann zu jeder Tages- und Nachtzeit aufgerufen werden.

Wer sich doch lieber das persönliche Gespräch wünscht, kann die auf Spielsucht spezialisierten Berater der Caritas immer dienstags in der Zeit von 17 bis 19 Uhr aufsuchen. Das Café Sprungbrett im Steinhagen 19 bietet seine offene Sprechstunde dienstags von 15 bis 17 Uhr an, so dass zeitlich jeder die Möglichkeit haben sollte, sich entsprechend informieren zu können. Mit Postkartenaktion in Hattingen wird das Angebot nach den Sommerferien auch bei den Schülern beworben werden.