Neues Team in der Schwangerenberatung in Schwelm

"Wo ist denn Frau Beck", fragt eine Schwangere, als sie von Georgina Kaempffe freundlich in Empfang genommen wird. Tatsächlich war die langjährige Kollegin bis Ende vergangenen Jahres in der Schwangerenberatung ein vertrautes Gesicht. "Angelika Beck ist zwar in Rente gegangen, bleibt der Caritas Ennepe-Ruhr aber in der Sozial- und Kurberatung sowie bei der Kleiderkammer und dem Tafeladen erhalten", erklärt die neue Kollegin Georgina Kaempffe. Gemeinsam mit Bettina Ring und Andrea Croon bildet sie nun das neue Team der Caritas Ennepe-Ruhr, das Frauen und Paaren rund um das Thema Schwangerschaft zur Seite steht.
Ein Kind kann alles verändern. Kaum ein Ereignis hat so starke Auswirkungen auf das Privatleben wie die Ankunft eines neuen Familienmitglieds. Den Beraterinnen liegt es am Herzen, jeden auf die Möglichkeit der Beratung aufmerksam zu machen. "Eine Schwangerschaft bedeutet immer eine Vielzahl an ungeklärten Fragen für alle Beteiligten. Wir bieten für all diese Fragen, egal ob von Schwangeren, werdenden Vätern oder Angehörigen, ein offenes Ohr, Hilfe und Rat", erklärt Andrea Croon.
Häufig suchen Schwangere vor allem bei existenziellen Ängsten und finanzieller Not die Bera-tungsstelle der Caritas auf. "Verständlicherweise bekommen Frauen Angst, wenn sie erfahren, dass sie schwanger sind und das Geld bisher schon nur für das Nötigste gereicht hat", sagt Andrea Croon. Hierbei können die Beraterinnen oftmals schnell weiterhelfen, indem sie Anträge an entsprechende Hilfsfonds stellen oder schnelle Einmalhilfen für die Erstausstattung des Kindes bereitstellen. Darüber hinaus helfen die Beraterinnen den Frauen auch beim Kontakt mit Behörden, dem Stellen von Anträgen und der Durchsetzung von Rechtsansprüchen.

Die Beraterinnen verfügen über ein breites Netzwerk an Hilfsangeboten
Neben den finanziellen Sorgen möchten die Beraterinnen der Caritas aber auch als Anlaufstelle für sämtliche Fragen rund um das Thema Schwangerschaft wahrgenommen werden. Seien es Fragen zu Schwangerschaft und Geburt, Herausforderungen durch ein Kind, Konflikte in der Beziehung oder soziale Probleme wie Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit, die die schwangeren Frauen belasten können. "Wir betrachten immer das gesamte Umfeld der Schwangeren, lassen die Hilfesuchenden aber selbst entscheiden, worüber sie reden möchten und worüber nicht", macht Bettina Ring deutlich. "Unsere Beratung ist anonym, kostenlos und unabhängig von Herkunft, Nationalität und Religionszugehörigkeit."

Dabei greifen die Beraterinnen der Caritas auf ein weit gestricktes Netz an Hilfsangeboten zurück, an die sie die Frauen verweisen können: Von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung über die Suchtberatung bis hin zu Angeboten der Familienbildungsstätten.
Das neue Team bringt vielfältige Erfahrung aus der Beratungsarbeit mit. Neben der Sozialpä-dagogischen Familienhilfe haben die Beraterinnen auch in anderen Bereichen gearbeitet. So war Georgina Kaempffe zuvor in der Arbeitsmarktintegration für geflüchtete Menschen tätig. Andrea Croon hat immer auch in der ambulanten Suchthilfe gearbeitet, die sie auch jetzt noch für die Caritas Ennepe-Ruhr in Teilzeit mitabdeckt. Bettina Ring ist bereits seit zwei Jahren in der Schwangerenberatung in Schwelm aktiv und hat zuvor im Kliniksozialdienst und im Ambulant Betreuten Wohnen für Menschen mit psychischen Erkrankungen gearbeitet. Alle drei schöpfen aus diesem Erfahrungsschatz für die Arbeit in der Schwangerenberatung.
Erste Anlaufstelle für alle Fragen ist Anja Kutz. Sie versucht bereits am Telefon zu helfen oder vergibt entsprechend Termine bei ihren Kolleginnen. Die Öffnungszeiten der Schwangerenberatung der Caritas Ennepe-Ruhr in der August-Bendler-Straße 14 sind montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr. "Aber auch außerhalb unserer Sprechzeiten sind wir nach Absprache für jede Hilfesuchende da", betont Bettina Ring. Telefonisch ist die Schwangerenberatung unter der 02336/9242510 zu erreichen.

Schwangerenberatung in Zahlen (2018):
Hilfesuchende in 2018: 464
Die meisten Beratungen fanden in der Altersspanne zwischen 22 und 34 Jahren statt (309), neun schwangere Frauen waren zwischen 14 und 17 Jahren alt und 30 waren älter als 40 Jahre.
Hauptthemen bei der Beratung waren persönliche Probleme, familiäre Schwierigkeiten, Probleme in der Partnerschaft und finanzielle Notlagen sowie Informationen zu gesetzlichen Hilfen und rechtlichen Fragen. In 342 Fällen wurden Mittel aus öffentlichen und privaten Hilfsfonds vergeben. Ebenso wurden allgemeine Fragen zu Schwangerschaft und Geburt (206), zur Verhütung (175) und zur Kinderbetreuung (166) geklärt.