Plutonium in der Zigarette? – Quiz für ein Leben ohne Qualm

Tabakrauch enthält rund 5000 verschiedene Substanzen. Zu den bekanntesten gehören Nikotin und Teer. Aber wie sieht es mit Kakao, Lakritz, Kohlenmonoxid, Formaldehyd oder sogar Blausäure und radioaktivem Plutonium aus? Sind sie auch enthalten? Das ist nur eine der Fragen im digitalen "Tabak-Quiz" für Kinder und Jugendliche zum Weltnichtrauchertag am kommenden Montag, 31. Mai. Vom 27. bis 31. Mai läuft das Gewinnspiel. Es ist zu finden auf der Seite der NRW-Landesinitiative "LoQ - Leben ohne Qualm" unter www.loq.nrw.de.

"Da Gruppenaktionen in den Schulen wegen der Pandemie nicht möglich sind, sollen die Schüler mit zahlreichen Online-Angeboten für die Folgen des Tabakrauches sensibilisiert werden", sagt Miriam Starsinski von der Suchtprävention der Caritas-Suchthilfe in Schwelm und Hattingen. Was die Folgen angeht: Rauchen ist für zwei Drittel aller durch Lungenkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich. Unter dem Vorzeichen des neuartigen Corona Virus SARS-CoV-2 steigt das Risiko eines schweren Infektionsverlaufs durch das lungenschädigende Rauchen und Dampfen.

Zwar sinkt der Anteil Zigaretten rauchender Jugendlicher aktuell. Aber das Shisha-Rauchen wird zeitgleich immer beliebter. Das Thema Rauchen bleibt deshalb auf jeden Fall für die Prävention aktuell. "Tabak beziehungsweise Nikotin ist in der Regel das erste Suchtmittel im Leben von Jugendlichen", wissen die Verantwortlichen der Suchtprävention in NRW, die deshalb jährlich bei landesweiten Aktionen zum Mitmachen einladen. Miriam Starsinski, die zu insgesamt mehr als hundert Fachkräften in der Suchtprävention in NRW gehört, betont: "Shisha- und Zigarettentabak machen süchtig und können tödlich sein. Auch Dampfen mit Nikotin mache abhängig und selbst das nikotinfreie Dampfen könne der Gesundheit schaden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass E-Zigaretten das Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenkrebs und möglicherweise Herzerkrankungen erhöhen.

Normalerweise unterstützt Miriam Starsinski Lehrer, Sozialarbeiter und andere Multiplikatoren an Schulen und Jugendeinrichtungen, in denen Projekte und Aktionen zur Aufklärung laufen und Jugendliche in einer positiven Haltung zum Nichtrauchen gestärkt werden sollen. Vor Ort gibt es dann Unterrichtseinheiten wie Klassenwettbewerbe und Projekttage zum Beispiel mit dem "LoQ-Mitmach-Parcours". Da die Zusammenarbeit mit Jugendlichen durch die Pandemie erschwert wurde, werden vermehrt digitale Mitmachmöglichkeiten und Unterrichtsprojekte zur Tabakprävention angeboten. Hierzu gehören neben Quiz u.a. der HipHop-Wettbewerb "Eure Zeilen gegen Qualm", ein spezielles Tutorial, ein Sprüche-Wettbewerb, virtuelle Rallyes und ein Lern-Parcours für Daheim.

 

Weitere Informationen beim Suchthilfezentrum der Caritas unter

www.caritas-en.de/sucht/praevention/suchtpraevention

www.loq.nrw.de

https://biparcours.de/bound/checkit.

 

INFOS IM ÜBERBLICK

Zahlen Der Anteil rauchender Jugendlicher ist in den vergangenen Jahren gesunken. Rauchten im Jahr 2001 noch 27,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, so waren es 2019 nur noch 5,6 Prozent. Der Anteil der Rauchenden unter den 18- bis 25-jährigen Erwachsenen sank ebenfalls von 44,5 Prozent (2001) auf 21,2 Prozent (2019).

Das Shisha-Rauchen wird dagegen unter Jugendlichen immer beliebter. Bei den 18- bis 25-jährigen Erwachsenen stieg der Konsum von Wasserpfeifen im Zeitraum von 2008 bis 2018 deutlich an. So gaben 19,1 Prozent der 18- bis 25-Jährigen bei einer Befragung an, in den vergangenen 30 Tagen Wasserpfeife geraucht zu haben. Im Jahr 2008 waren es noch 7,8 Prozent.

Ähnlich stark ist der Anstieg beim Konsum von E-Zigaretten. Aktuell geben 6,6 Prozent der jungen Erwachsenen und 4,2 Prozent der Jugendlichen an, innerhalb der letzten 30 Tage vor der Befragung E-Zigaretten konsumiert zu haben. Im Jahr 2012 waren es im Vergleich 3,9 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent.

Kampagne Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre diesjährige Kampagne unter dem Motto "Commit to Quit" (Sag ja zum Rauchverzicht) gestartet. Ziel der Kampagne ist, 100 Millionen Menschen weltweit in ihrem Bestreben zu unterstützen, mit dem Rauchen aufzuhören. Hierzu seien vielfältige Ausstiegsangebote nötig, aber auch gesündere Umfelder, die für den Rauchverzicht förderlich sind. Weltweit geben rund 780 Millionen Menschen an, dass sie gerne mit dem Rauchen aufhören würden, doch nur 30 Prozent von ihnen haben Zugang zu Hilfsmöglichkeiten, um die körperliche wie auch psychische Tabakabhängigkeit zu überwinden. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wird die WHO entsprechende Instrumente und Ressourcen anbieten, die helfen können, erfolgreich das Rauchen aufzugeben.