Spaß bei Lernen in den Ferien

 Fit in Deutsch Sommerferien

 

Bei "Aramsamsam" und "Trarira, der Sommer ist da" sind alle Kinder des Ferienprogramms "Fit in Deutsch" mit vollem Einsatz dabei: Sie klatschen und singen, dass es nur so über den Schulhof der Katholischen Grundschule St. Marien schallt. "Drei Wochen im Sommer nur Vokabeln und Grammatik im Klassenzimmer üben, da würde die Motivation schnell verloren gehen", wissen Simge Akci und Sinem Güven, die zwei Dozentinnen des Förderprogramms der Caritas Ennepe-Ruhr, das von Land und Bund unterstützt wird. Ziel ist es, Schülern aus Zuwanderungsfamilien in den Sommerferien zusätzliche Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache zu machen. So treffen sich 21 Kinder der Katholischen Grundschule und vom Ländchenweg bei "Fit in Deutsch" an der Jahnstraße und 15 Schülerinnen und Schüler der Nordstadt- und der Engelbertschule bei "Deutsch macht Spaß" an der Hattinger Straße, um in den Ferien zu lernen. Mit Spaß und Abwechslung.

"Sprache erlernt man am besten, wenn es mit etwas Positivem verbunden wird. Deshalb möchten wir mit den Kindern aktive Angebote machen, wie Bowlen, gemeinsames Singen, oder auch ein Zoobesuch. Danach kann man prima über neugelernte Vokabeln sprechen", erklären Simge Akci und Sinem Güven, die beide Lehrerinnen an Gesamtschulen sind. Und dass die Schüler der ersten bis vierten Klasse, die zum Beispiel aus Syrien, Polen, Russland, Italien, Türkei oder dem Kosovo stammen, schon eine Menge deutscher Vokabeln kennen, beweisen sie beim Musizieren: Da fallen auf Nachfrage den Mädchen und Jungs unmittelbar eine Vielzahl an Meerestieren ein. Und wer war schonmal am Meer? Blitzschnell gehen viele Hände nach oben und zur Freude aller landen in der Aufzählung dann auch weniger exotische Strände wie in Düsseldorf oder Hannover.

Caritas übernimmt ab 2022 auch die OGS

Neben diesen Ferien-Förderangeboten wird sich die Caritas Ennepe-Ruhr in naher Zukunft noch mehr in die Betreuung von Kindern in Schwelm einbringen. Wie in der Ratssitzung am 1. Juli beschlossen wurde, übernimmt der Caritasverband zum 01. Januar 2022 die Trägerschaft der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) und der Betreuung "Acht bis Dreizehn" an der Städtischen Katholischen Grundschule St. Marien. "Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und einen regen Austausch mit dem Caritasverband", freut sich Schulleiter Stefan Peschel über den Trägerwechsel. 2007 hat die Katholische Grundschule den Offenen Ganztag eingeführt, der jahrzehntelang in städtischer Trägerschaft war. "Als Katholische Grundschule ist es uns wichtig, unser Profil zu schärfen und wir freuen uns deshalb über einen neuen Partner wie der Caritas", so Peschel. Er hofft, auf eine einheitliche Vorgehensweise in Schule und OGS, "wir möchten eine verlässliche Schule sein, die mit einer Stimme spricht." Die Caritas Ennepe-Ruhr als neuer Träger ist bereit, das komplette befristete und unbefristete Personal zu übernehmen. Dabei ist der OGS-Bereich Neuland für den Caritasverband, "aber wir bringen jahrelange Erfahrung in der Jugendhilfe mit. Darüber hinaus setzen wir uns im Schwelmer Suchthilfezentrum mit speziellen Angeboten und der Suchtprävention besonders für Kinder ein. Das Wohl und die Förderung junger Menschen liegt uns am Herzen", erklärt Caritasdirektor Dominik Spanke die Motivation. Darüber hinaus sei es ein Zukunftsthema: Mit dem voraussichtlichen Rechtsanspruch auf Offenen Ganztag ab 2025 wird der Bedarf an Nachmittagsbetreuung an Schulen noch zunehmen. Bereits jetzt werden an der Grundschule St. Marien 94 der 100 OGS-Plätze genutzt. Zusätzlich werden 45 Plätze in der Betreuung "Acht bis Dreizehn" in Anspruch genommen. Das heißt, dass zwei Drittel der Grundschüler schon jetzt in einer Betreuungsform sind. "Wir hoffen darauf, dass nach den langen Einschränkungen durch Corona, den Schülern im OGS-Bereich auch wieder tolle Projekte und Veranstaltungen angeboten werden können", freut sich Stefan Peschel auf die neue Zusammenarbeit.

Barrieren überwinden beim Tanzen

Die Sprach-Ferienangebote der Caritas Ennepe-Ruhr sind schon jetzt eine Bereicherung für Schwelmer Grundschulen "und gerade in der Corona-Pandemie wichtiger denn je", sagen Caritasdirektor Dominik Spanke und die Caritas-Migrationskoordinatorin Zolzaya Bazarsad. "Die Lockdowns der vergangenen Monate und der Distanzunterricht haben dazu geführt, dass viele neu zugewanderte Kinder oder Kinder mit Migrationshintergrund wenig oder keinen Kontakt zur deutschen Sprache hatten. Denn: Zuhause wird meist die Muttersprache der Eltern gesprochen." Deshalb achten die beiden Dozentinnen bei "Fit in Deutsch" besonders darauf, dass gerade Kinder unterschiedlicher Herkunftsländer, Freundeskreise und Schulen die Übungen gemeinsam machen, um dabei auch wirklich deutsch zu sprechen. Und spätestens beim Stopptanz sind alle Sprachbarrieren überwunden und es wird gemeinsam getanzt und gelacht.