Erfolgreiche Wunschbaumaktion für Kinder und Jugendliche

Es fühlte sich schon ein wenig wie Weihachten an: Am Samstag, 15. Dezember, lud die Kinder- und Jugendhilfe der Caritas Ennepe-Ruhr zur Wunschbaumparty in die Bahnhofstraße ein. Dort wurden die insgesamt 35 Geschenke, die in den vorangegangenen zwei Wochen bei der Wunschbaumaktion für betreute Kinder und Jugendliche gesammelt wurden, feierlich überreicht.

Hattingen. Das Foyer der Caritas Ennepe-Ruhr erstrahlt im Vorweihnachtsglanz. Ein großer Adventkranz hängt von der Decke, es riecht nach Keksen und der prächtige Wunschbaum, zwar nunmehr ohne Wunschsterne noch etwas kahl, verbreitet besinnliche Stimmung. Und so herrscht ein reges Treiben in der Bahnhofstraße, denn rund 50 Kinder und Jugendliche mit und ohne Eltern und Geschwister sind der Einladung zur Wunschbaumparty gefolgt. Sie stehen mit glänzenden Augen vor dem Wunschbaum und betrachten ehrfürchtig den großen Geschenkeberg, der sich darunter gebildet hat.

"Unser besonderer Dank gilt allen Hattingern, die so großzügig und schnell unsere Wunschbaumaktion unterstützt haben", sagt Caritasdirektor Dominik Spanke erfreut. Vom 01. Bis 14. Dezember konnte sich jeder einen Stern vom Baum in der Bahnhofstraße pflücken, auf dem ein Wunsch von betreuten Kindern und Jugendlichen vermerkt war. "Die Wünsche reichten vom Fußball über Playmobil und Malfarben bis hin zur Strickliesel oder Musikbox", zählt Kerstin Wositsch, Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe, auf. Tatsächlich dauerte es nur wenige Tage bis alle Wunschsterne einen Wunscherfüller gefunden hatten.

Gemeinsames Basteln und Singen

Die Vorfreude bei den Beschenkten ist erwartungsgemäß groß und so schleichen die Kinder und Jugendlichen immer wieder ungeduldig an den bunten Geschenken vorbei. Doch bevor es zur Bescherung kommt, wird zunächst noch gemeinsam gebastelt. "Der Wunschbaum sieht ohne Sterne doch sehr langweilig aus. Deshalb dachten wir, es wäre schön, wenn die Kinder etwas zurückgäben und Baumschmuck basteln", erklärt Kerstin Wositsch mit Schere und Klebstift in der Hand. Begeistert basteln die Kinder drauf los und sogar die älteren Jugendlichen machen mit. "Ich finde es schön, dass wir so auch danke sagen können für die Geschenke", sagt ein 16-jähriger junger Mann und schneidet Muster ins bunte Papier. Kurz darauf erstrahlt der ehemalige Wunschbaum in bunten Farben, behangen mit selbstgebastelten Weihnachtssternen und Girlanden.

"Für einige unserer betreuten Kinder ist dies das einzige Weihnachtsfest, das sie erleben", erklärt Kerstin Wositsch. "Deshalb sollte es nicht nur um die Geschenke gehen, sondern auch der Weihnachtsfunke überspringen." Dazu wird gemeinsam gesungen und schließlich auch die Weihnachtsgeschichte vorgetragen. "Das ist eine tolle Aktion", sagt ein 16-Jähriger aus der ambulanten Jugendhilfe. "Wir  feiern gar kein Weihnachten. Deshalb ist es schön, dass ich es hier ein wenig nähergebracht bekomme."

Wunschbaumaktion ein voller Erfolg

Und dann ist es endlich soweit. Mitarbeitern Yvonne Hahn fragt laut in die Runde: "Möchtet ihr denn überhaupt Geschenke haben?" und nach einem ersten leise-schüchternen "Ja" ertönt ein lautes "Ja" im Chor. Die Namen auf den Präsenten werden vorgelesen und vom jüngsten sechs Monate altem Baby bis zum ältesten 19-Jährigen erhält jeder sein Wunschgeschenk. "Ich habe endlich Acrylfarbe und Pinsel", jubelt ein 14-jähriges Mädchen aus der stationären Wohngruppe und setzt sich sogleich an den Tisch, um diese auszuprobieren. "Ich werde Weihnachten hier in der Wohngruppe verbringen, nach Hause kann ich nicht. Deshalb ist das Fest heute richtig schön für mich. Ein bisschen eben wie Weihnachten", sagt sie freudestrahlend.

Ein bisschen Weihnachten im Voraus haben alle Familien am Samstag dank der Caritas Ennepe-Ruhr und der großzügigen Wunscherfüller erleben dürfen. "Und diese erfolgreiche Wunschbaumaktion sollte auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederholt werden", hofft Kerstin Wositsch.