Aktuell läuft die Bewerbungsphase für den nächsten Freiwilligen-Einsatz ab August 2022. Die Caritas Ennepe-Ruhr erhöht die Zahl der Stellen in ihren Häusern von drei auf vier im Kreisgebiet. Thimo Melneczuk ist seit vergangenem August dabei. Mit seinem Engagement in der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Kranke in Hattingen wollte der 20-Jährige nach dem Abitur herausfinden, ob das angedachte Studium der sozialen Arbeit wirklich etwas für ihn ist. Sein Einsatz hat den Hattinger darin bestärkt und er hat eines gelernt: „Die Erkrankungen sollten kein Tabu sein.“

Mehrmals in der Woche zum Arzt oder auch zum Beispiel zur Physiotherapie fahren, fast jeden Tag in den Supermarkt gehen, immer wieder auch zu Ämtern und und und – wenige 20-Jährige dürften einen so vollen Terminplan haben wie Thimo Melneczuk. Und eigentlich ist es ja auch nicht seiner, sondern der der Klienten und Klientinnen, um die sich der Hattinger mit seinen Kolleginnen und Kollegen der Caritas Ennepe-Ruhr kümmert. Thimo Melneczuk ist seit rund zehn Monaten einer von zwei Bundesfreiwilligen beim Caritasverband in Hattingen und engagiert sich in der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Kranke beziehungsweise im Ambulant betreuten Wohnen, der aufsuchenden Hilfe der Caritas für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Eine typische Woche von Thimo Melneczuk bestand in den vergangenen Monaten darin, einen festen Stamm von Klienten und Klientinnen in ihrem alltäglichen Leben zu unterstützen. „Es geht um alltägliche Dinge, die man als Gesunder selbstverständlich macht, die für psychisch kranke Menschen aber schwer sein können“, sagt der 20-Jährige. Zum Beispiel beim Thema Ordnung in den eigenen vier Wänden. „Manche bekommen es super hin, andere weniger. Da bleibt dann auch mal was liegen“, erzählt der Hattinger. Und so kann ein normaler Hausbesuch mal ganz einfach aus einem Gespräch bei einer Tasse Kaffee bestehen oder wie bei einer Klientin kürzlich mit dem Sortieren von Papieren, weil sie sich ihren Schreibtisch zugestellt hatte und alleine keine Struktur finden konnte.

Betreute leiden unter Depressionen, Angststörungen oder Phobien

„Man muss auf die Menschen eben sehr individuell eingehen“, sagt der junge Hattinger, der wegen seines Wunsches, Soziale Arbeit zu studieren, Erfahrungen in einem der möglichen späteren Berufsfelder sammeln wollte. „Ich habe mich zum Beispiel um eine Klientin gekümmert, die beim Einkaufen oder Arztbesuch Unterstützung braucht, weil sie unter Panikattacken leidet. Alles andere bekommt sie aber super hin.“ Schizophrenie, Angststörungen, soziale Phobien, Depressionen gehören zu den Krankheitsbildern der Betreuten. „Aber ich habe noch keine starken Phasen, also keine Schübe miterlebt“, sagt der Bufdi, „das liegt auch daran, dass wir uns ja um sie kümmern.“ Begleitet und angeleitet wurde der 20-Jährige dabei immer von den erfahrenen Kollegen und Kolleginnen der Abteilung.

In seinen ersten zwei Wochen bei der Caritas lief Thimo Melneczuk einfach mit anderen Kollegen und Kolleginnen beziehungsweise seiner Vorgängerin im Bundesfreiwilligendienst mit. „Einfach, um die Klienten und Klientinnen kennenzulernen.“ Er plante und organisierte die Spielegruppe in der Caritas-Kontakt- und Beratungsstelle an der Bahnhofstraße 23 mit und wurde dabei Karten- und Kniffel-Profi. Und er vertrat andere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum Beispiel in der Urlaubszeit.

Die Zeit als Bufdi hat ihn selbstständiger gemacht

„Das Schöne ist, dass ich zunehmend auch sehr unabhängig arbeiten konnte. Ich persönlich bin dadurch auch selbstständiger geworden.“ Aber vor allem freut er sich, durch seinen Bufdi-Dienst gelernt zu haben, „wie man Menschen mit psychischen Krankheiten gegenübertritt – nämlich einfach ganz selbstverständlich“. Psychische Krankheiten seien ein Tabuthema. „Aber das sollten sie nicht sein“, sagt Thimo Melneczuk, „es kann doch jedem passieren, dass er zum Beispiel in eine Depression rutscht.“ Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie schnell das gehen könne. „In der jetzigen Zeit sind die Beratungs- und Betreuungsangebote doch umso wichtiger.“

Dass in seinem Bufdi-Jahr wegen der Pandemie Seminare online statt in Präsenz gelaufen seien, fand er zwar für den allgemeinen Austausch mit anderen Freiwilligen schade. „Aber für die tägliche Arbeit hat sich durch die Pandemie eigentlich nichts geändert: außer Maske, Abstände und Corona-Tests.“

Bei seinen Zukunftsplänen habe ihn die Bufdizeit bestärkt: „Ich möchte auf jeden Fall Soziale Arbeit studieren. Vielleicht klappt das ja sogar als Duales Studium bei der Caritas“, überlegt der 20-Jährige laut, der noch für drei Monate als Freiwilliger beim Caritasverband Ennepe-Ruhr beschäftigt ist. Auch für die Zeit nach dem Studium könne er sich gut eine Aufgabe vorstellen, bei der er mit psychisch Erkrankten arbeite. „Das ist ein weites Feld, in dem man sich einbringen kann.“

 

Bundesfreiwilligendienst/Freiwilliges Soziales Jahr

Caritas-Stellen Insgesamt vier junge Männer oder Frauen können jedes Jahr ab August bei der Caritas Ennepe-Ruhr ihren Bundesfreiwilligendienst bzw. ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. In Hattingen sind sie entweder, wie Thimo Melneczuk, in der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Kranke beziehungsweise im Ambulant betreuten Wohnen im Einsatz oder im Suchthilfezentrum an der Heggerstraße. In Schwelm ist je eine Stelle im Caritashaus an der August-Bendler-Straße und – ganz neu – in der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) bzw. Betreuung „Acht bis Dreizehn“ an der Städtischen Katholischen Grundschule St. Marien in Schwelm angesiedelt.

Bewerbungen Wer sich bewerben möchte, schreibt an:

Caritas Ennepe-Ruhr e.V.

Caritasdirektor Dominik Spanke

Bahnhofstraße 23

45525 Hattingen

dominik.spanke@caritas-en.de

 

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