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Gerade bei den Langzeitleistungsbeziehenden sieht die Freie Wohlfahrtspflege NRW in ihrem aktuellen Arbeitslosenreport Nachholbedarf. Der Report zeigt, dass die geförderte Beschäftigung aktuell nur einen Bruchteil der arbeitslosen Langzeitleistungsbeziehenden erreicht.

10.131 Männer und Frauen sind laut aktuellstem Arbeitslosenreport im Ennepe-Ruhr-Kreis arbeitslos gemeldet. Das heißt unverändert sind 5,9 Prozent aller Erwerbsfähigen im Kreis arbeitslos. Langzeitarbeitslos – also Bezieher und Bezieherinnen von Hartz-IV-Leistungen - sind aktuell 3484 Männer und Frauen.

Gerade bei den Langzeitleistungsbeziehenden sieht die Freie Wohlfahrtspflege NRW in ihrem aktuellen Arbeitslosenreport Nachholbedarf. Der Report zeigt, dass die geförderte Beschäftigung aktuell nur einen Bruchteil der arbeitslosen Langzeitleistungsbeziehenden erreicht. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind es nur vier Prozent. Aus Sicht von Hans-Georg Liegener, Direktor des Caritasverbandes für das Bistum Essen, ist das deutlich zu wenig.

Vor allem bei Frauen und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit besteht Luft nach oben. Denn die Statistik der Bundesagentur für Arbeit belegt, dass deutsche Männer am meisten von dem Förderinstrument § 16 i SGB II profitieren. Mehr als die Hälfte der Langzeitleistungs­beziehenden im Bistum Essen sind jedoch Frauen (52,4 %) – im Ennepe-Ruhr-Kreis 43,1 %. In der Gruppe der Geförderten wird deutlich, dass es hier im Jahr 2021 NRW-weit lediglich 36,7 % waren, also nur rund ein Drittel. „Woran liegt das? Warum bekommen überwiegend deutsche Männer eine Förderung, die auf Grund ihrer Voraussetzungen ohnehin eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt haben?“, fragt Liegener. Denn der Blick in die Statistik zeigt: Bei Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit ist die Diskrepanz noch verheerender als bei Frauen. Ihr Anteil unter den Leistungsbeziehenden liegt in NRW bei 42 %. Unter den vom Jobcenter den Unternehmen zugewiesenen Menschen in NRW sind sie mit einem Anteil von 15,7 % in der Förderung deutlich unterrepräsentiert.

Teilzeit, Kinderbetreuung oder Sprachförderung müssen mitgedacht und Teil des Programms werden, so die Forderung der Caritas im Bistum Essen. „Es gibt Nachbesserungsbedarf! Ein Förderprogramm mit so viel Potenzial muss alle Menschen mitnehmen, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft“, fordert Liegener. Kritisch sieht der Caritasdirektor auch die Dauer der Arbeitslosigkeit von mindestens sechs Jahren innerhalb der letzten sieben Jahre als Grundvoraussetzung. Dies müsse dringend deutlich verkürzt werden, zumal Zeiten wie Inhaftierung, Arbeitslosengeld I-Bezug oder Beschäftigung im Bundesfreiwilligendienst nicht einmal mitzählen.

„Je länger Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger ist es, den Weg herauszufinden. Warum müssen Menschen erst sechs Jahre arbeitslos sein, damit sie eine Förderung erhalten können, die eine wirkliche Chance bietet, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen?“, so Hans-Georg Liegener. „Es ist gesellschaftlich sinnvoller und volkswirtschaftlich auch günstiger, die Förderung viel früher einzusetzen, damit über Jahre verfestigte Arbeits- und Hoffnungslosigkeit erst gar nicht entsteht und im Umkehrschluss vorhandene berufliche Kenntnisse nicht gänzlich verloren gehen.“

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW haben sich die Arbeiterwohlfahrt, Caritas, der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonischen Werke und Jüdischen Gemeinden mit ihren 16 Spitzenverbänden zusammengeschlossen. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit.

Die Kennzahlen des Arbeitslosenreports Juni 2022

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