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Der „Caritas Treffpunkt Ruhrtal“ unseres Verbands hilft rund 100 Menschen beim Wiederaufbau ihres Lebens.

Mit einer Summe von 160.000 Euro fördert Caritas international, das Hilfswerk der Deutschen Caritas, ein neues Fluthilfe-Angebot der Caritas Ennepe-Ruhr. Das Geld fließt in das Projekt „Caritas Treffpunkt Ruhrtal“ am Fuße des Isenbergs in Hattingen. Die für die Fluthilfe zur Verfügung stehenden Spendengelder von Caritas international werden vom Caritasverband für das Bistum Essen verwaltet. Dessen Direktor Matthias Schmitt, lobt das Projekt in Hattingen als „einen echten Beitrag, Menschen, die vom Hochwasser geschädigt sind, effektiv zu helfen. Das Konzept sieht vor, die betroffenen Menschen an diesem besonderen Ort bei allen Aktivitäten einzubeziehen. Ganz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe.“

Ein zweiköpfiges Team der Caritas Ennepe-Ruhr hat vom Hochwasser betroffene Hattinger bereits in den vergangenen Monaten besucht, begleitet und beraten sowie in Kooperation mit der Stadt Hattingen und anderen Geldgebern rund 80.000 Euro Spenden unter den Flutgeschädigten ausgezahlt. Die beiden Caritas-Flutkoordinatoren bauen vor Ort seit ihrem Start im August ein Netzwerk der Hilfe auf, um mehr und weitere Unterstützung für die Flutopfer zu generieren. Jetzt möchte die Caritas Ennepe-Ruhr einen weiteren Schritt gehen und mit „Caritas Treffpunkt Ruhrtal“ das auf ein spezielles Quartier in Hattingen zugeschnittene Projekt starten.

 

Der Fokus liegt dabei auf dem vom Hochwasser stark betroffenen „Freizeitdomizil Ruhrtal“. Das Gelände am Fuße des Isenbergs war Mitte Juli großflächig überschwemmt worden. Auch wenn es sich offiziell um ein Wochenend- und Urlaubsdomizil handelt, nahm die Ruhr rund 100 Menschen im Alter zwischen sechs und 86 Jahren nicht nur ihr Hab und Gut, sondern ihr Zuhause. In den vom Wasser heimgesuchten 160 Holz- beziehungsweise Blockhäusern sind insgesamt rund 200 Menschen mit Erstwohnsitz angemeldet.

Beratung und Begegnung gibt es künftig vor Ort im „Tiny-Haus“

Ein Novum wird durch das Caritas-Projekt nun ein festes Sozialberatungsangebot vor Ort sein – auf dem Campingplatz. „Über Jahrzehnte hat sich hier ein Quartier entwickelt und etabliert. Ein Großteil der Betroffenen ist bereits im Rentenalter oder hat den Vorruhestand erreicht. Manche sind gesundheitlich eingeschränkt, manche berufsunfähig oder arbeitssuchend“, berichtet Caritas-Mitarbeiterin Petra Backhoff, die zum Fluthilfe-Team ihres Wohlfahrtsverbands gehört. Mit ihrem Kollegen Stefan Back wird sie auch weiterhin allen Flutgeschädigten in Hattingen umfassend Beratung anbieten und sie zum Beispiel auf Spenden- und Fördertöpfe aufmerksam machen sowie sie beim Antragstellen unterstützen.

Mit Hilfe eines Tiny-Houses – also eines Mikrohauses -, das auf dem Campinggelände einen Platz finden soll, wird darüber hinaus mitten in diesem Quartier eine Beratungsstelle geschaffen. „Wir wollen die Bewohner und Bewohnerinnen in die Lage versetzen, soziale Leistungen in Anspruch zu nehmen. Aber es soll auch ein Ort zur Begegnung und zum Vernetzen sein, eine Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen und kulturelle Angebote zu entwickeln“, sagt Dominik Spanke, Direktor der Caritas Ennepe-Ruhr.

Das Wasser stand bis unter die Küchenschublade

Die Bewohnerinnen und Bewohner des „Freizeitdomizils Ruhrtal“ sollen von Beginn an einbezogen werden. Eine der Ehrenamtlichen, die sich bereits engagiert, ist Andrea Rothenbusch. Die 58-Jährige lebt zwar selbst in Velbert-Langenberg, aber ihr Lebensgefährte Hans-Ulrich Trautvetter hat seit sieben Jahren auf dem Areal am Isenberg ein Chalet. „Bei uns stand das Wasser bis unter die Küchenschublade“, erzählt Andrea Rothenbusch, die bis dahin viel Zeit auf dem Platz verbrachte, um das Idyll und die besondere Nachbarschaft zu genießen. Zuletzt sahen ihre Besuche selbstverständlich anders aus. Das komplette Chalet musste von der 58-Jährigen und ihrem Partner entkernt werden.

Wie bei vielen anderen Gebäuden der Anlage war alles, was in brackiger, schmutziger, stinkender Brühe gestanden hatte, danach nicht mehr zu gebrauchen: ob Fußböden, Dämmmaterial, Tapeten, Möbel oder Kleidung und persönliche Habseligkeiten wie Fotos oder Papiere. „Wenn wir nicht die Hilfe von vielen vielen Menschen aus Hattingen und darüber hinaus gehabt hätten, wären wir verzweifelt“, blickt die Velberterin zurück.

Große Solidarität habe es selbstverständlich auch unter Nachbarn gegeben. „Aber meist kennt man nur die direkten Nachbarn. Durch das Caritas-Projekt soll es „eine Kommunikationsmöglichkeit für den Platz geben. Das wird dem Ganzen noch einmal einen Schub geben“, sagt Andrea Rothenbusch. „Ich finde wichtig, dass wir zusammenwachsen, dass es Aktivitäten für den ganzen Platz gibt“, sagt die Betriebswirtin und Versicherungsfachfrau und hat auch gleich schon eine Idee für ein erstes kulturelles Angebot: eine Lesung. „Schließlich lebt bei uns auf dem Platz eine Schriftstellerin.“

Zum Bild:

Für die Bewohner war es ein Idyll im Grünen, bevor die Flut kam. Andrea Rothenbusch (rechts) packt mit an im Chalet ihres Lebensgefährten, vor dem sich das Baumaterial stapelt. Das Team der Caritas hilft mit fester Sozialberatung: Von links: Flut-Helferin Petra Backhoff, Caritasdirektor Dominik Spanke, Diakon Stefan Back. (Foto: Caritas Ennepe-Ruhr)

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