Am 21. Juli ist internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende. Die Arbeit der Suchtberatung ist wichtiger denn je.
Seit 1998 findet in Deutschland jedes Jahr am 21. Juli der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende statt. Initiiert hat dies der Landesverband der Eltern und Angehörigen für humane und akzeptierende Drogenarbeit NRW e.V. Mittlerweile wird dieser Tag nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern begangen – darunter die Niederlande, Spanien, Schweden, Dänemark, Kanada und Australien.
Das Motto des diesjährigen Gedenktages lautet: „Verändern, um Leben zu retten!“. Es macht deutlich, dass Angebote der Suchtkrankenhilfe kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Herausforderungen angepasst werden müssen. Während in Großstädten Themen wie Wohnungslosigkeit und Konsum im öffentlichen Raum im Vordergrund stehen, kämpfen andere Regionen zunehmend mit dem Konsum sehr junger Menschen.
Besorgniserregende Entwicklung der Todeszahlen
Die Zahl der drogenbedingten Todesfälle ist in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Bereits 2023 wurde ein trauriger Höchststand erreicht: Das Bundeskriminalamt registrierte 2227 Todesfälle – doppelt so viele wie vor zehn Jahren und rund zwölf Prozent mehr als 2022. Im Jahr 2024 ging die Zahl leicht zurück auf 2137.
Auch in NRW zeigt sich ein dramatischer Trend:
- 2017: 203 Todesfälle
- 2021: 693 Todesfälle
- 2023: 872 Todesfälle
- 2024: Rückgang auf 769
- 2025: weiterer Rückgang auf 709
Trotz der leichten Entspannung bleiben die Zahlen alarmierend und unterstreichen die Dringlichkeit wirksamer Präventionsmaßnahmen und Hilfsangebote.
Von der Kreispolizeibehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises wurden sechs Rauschgifttodesfälle bearbeitet. Nicht eingeschlossen ist die Stadt Witten, da diese zur Kreispolizeibehörde Bochum gehört.
Durch die stärkere Verbreitung synthetischer Substanzen – insbesondere synthetischer Opioide – wird 2026 bundesweit das Thema Drug Checking und Substanzanalyse weiter an Bedeutung gewinnen.
Caritas-Suchthilfe unterstützt durch Beratung und Prävention
Das Caritas-Suchthilfezentrum Schwelm leistet einen zentralen Beitrag zur Unterstützung von Menschen mit Suchterkrankungen. Es bietet Beratung, Begleitung und vielfältige Präventionsangebote für Betroffene und Angehörige. Auch niedrigschwellige Hilfen wie Spritzentausch und Zugang zu Waschmaschine und Wäschetrockner werden angeboten.
Der Gedenktag der Drogentoten ist nicht nur ein Tag des Erinnerns, sondern auch ein Aufruf zum Handeln. „Es braucht mehr Prävention, bessere Hilfsangebote und eine Drogenpolitik, die auf Akzeptanz und Unterstützung statt auf Kriminalisierung setzt. Organisationen wie das Caritas-Suchthilfezentrum leisten hierbei wertvolle Arbeit und verdienen mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung“, so Wolf
Info
- Im vergangenen Jahr nahmen 511 Menschen das Hilfsangebot der Caritas Suchtberatungsstelle Schwelm wahr. Der größte Teil des Unterstützungsbedarfes liegt im problematischen Konsum von Alkohol und Cannabis. Bei den jüngeren Hilfesuchenden zwischen 16 und 45 Jahren ist vor allem der Konsum von Cannabis der Grund. Bei der Altersgruppe von 26 bis 45 Jahren stand der Konsum von stimulierenden Substanzen im Vordergrund.
- Das Caritas-Suchthilfezentrum ist erreichbar unter der Rufnummer 02336 9242540 oder per E-Mail an: shz-schwelm@caritas-ruhr-mitte.de




